Nanyang Soundtrack Collaboration

Filmmusik und Sounddesign für animierte Kurzfilme

Gemeinsam mit Studiengangsleiter Prof. Florian Clemens Käppler von der Musikhochschule Trossingen und Prof. Hannes Rall von der Nanyang Technological University Singapur betreut Prof. Olaf Taranczewski die "Soundtrack Collaboration" zwischen der Musikhochschule Trossingen und den Studierenden der School of Art, Design and Media. Die Musikdesign-Studierenden tragen nicht nur die Musikkompositionen, sondern auch die Sounddesigns zu den Animationsfilmen aus Singapur bei.

Eine große Herausforderung der bereits seit 2012 bestehenden Kooperation ist, dass die künstlerischen Entwicklungsprozesse zwischen den Filmkünstlern in Singapur und den Komponisten in Trossingen rein digital über soziale Netzwerke, Videokonferenzen und Digitale Plattformen stattfinden. Dass auch diese Arbeitsweise zu exzellenten Ergebnissen führen kann, zeigen die Teilnahme an zahlreichen internationalen Filmfestivals und Auszeichnungen der gemeinsamen Projekte wie z.B. beim Crowbar Award 2015 (Singapore, 1. Preis bester Animationsfilm) und dem National Youth Film 2015 Award (UK).

Zu diesen Erfolgen haben neben Florian Käppler maßgeblich auch Filmkomponist Prof. Dr. Pitt Funck und Sounddesigner Jürgen Swoboda beigetragen.

Wie in der Filmmusik üblich, wird digitale Musikproduktion mit der Aufnahme klassischer Instrumente verbunden und aufs Frame genau zum Bild komponiert. Darüberhinaus werden durch die gemeinsame monatelange Projektarbeit Sprach- und Kulturbarrieren überwunden.

Projektleitung

  • Prof. Hannes Rall
    (Nanyang Technological University Singapur)
  • Prof. Florian Käppler
    (Studiengang Musikdesign)
  • Prof. Olaf Taranczewski

Kontakt

Prof. Olaf Taranczewski
Landeszentrum MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE

Staatliche Hochschule für Musik
Schultheiß-Koch-Platz 3
78647 Trossingen

Telefon 07425 9491-52
E-Mail olaf.taranczewski@mh-trossingen.de

Ein Liebesbrief an den Stummfilm

Im Live-Stream des Internationalen Trickfilm Festivals Stuttgart 2020 wird ein Kurzfilm mit Trossinger Beteiligung gezeigt: Der Musikstudent Elija Kaufmann komponierte die Filmmusik.

Am Samstag, 9. Mai 2020 wird um 19.30 Uhr der animierte Kurzfilm „Charlie“ von Kuang Jun Chan in der Online-Ausgabe des Internationalen Trickfilm Festivals Stuttgart (ITFS) gezeigt. Die Filmmusik zu dem Streifen komponierte der Trossinger Schlagzeugstudent Elija Kaufmann im Rahmen der „Nanyang Soundtrack Collaboration“, einem gemeinsamen Projekt der Hochschule für Musik Trossingen und der Technischen Universität Nanyang in Singapur. Der kostenlose Live-Stream des Internationalen Trickfilm Festivals Stuttgart wird auf www.OnlineFestival.ITFS.de präsentiert.

Der Kurzfilm „Charlie“ ist ein Liebesbrief an den Stummfilm und interpretiert die Geschichte des größten Entertainers seiner Zeit neu. Entstanden ist der Film im vergangenen Jahr im Rahmen der „Nanyang Soundtrack Collaboration“, in der Studierende aus den Bereichen Animationsfilm und Musik über die Kontinente hinweg an gemeinsamen Filmproduktionen arbeiten. Regisseur Kuang Jun Chan aus Singapur und der Trossinger Schlagzeugstudent Elija Kaufmann arbeiteten für rund sechs Monate gemeinsam an „Charlie“. Für Elija Kaufmann war es seine erste Filmkomposition.

Das Internationale Trickfilm Festival Stuttgart (ITFS) gehört zu den weltweit bedeutendsten Veranstaltungen im Bereich des Animationsfilms. Neben der Vorführung im kostenlosen Live-Stream, ist „Charlie“ in der Kategorie Young Animation für den Wettbewerb des ITFS nominiert. Hierfür wurde er als einer von 60 Filmen unter etwa 800 Einsendungen ausgewählt. Die Preisverleihung wird allerdings erst im nächsten Jahr vorgenommen. Denn dann soll das Festival wieder als Präsenzveranstaltung in der Stuttgarter Innenstadt stattfinden.

 

Interview mit Filmkomponist Elija Kaufmann

Am kommenden Samstag wird der animierte Kurzfilm „Charlie“ von Kuang Jun Chan im Rahmen der diesjährigen Online-Ausgabe des Internationalen Trickfilm Festivals Stuttgart (ITFS) gezeigt. Die Filmmusik zu dem Streifen komponierte der Trossinger Schlagzeugstudent Elija Kaufmann im Rahmen der „Nanyang Soundtrack Collaboration“ – einem gemeinsamen Projekt der Hochschule für Musik Trossingen und der Technischen Universität Nanyang in Singapur. Wir haben uns mit Elija Kaufmann über das Projekt unterhalten.

Die Arbeit an einer Filmmusik ist kein klassischer Bestandteil eines Musikstudiums. Wie kam es, dass Sie im Rahmen ihres Studiums an der Musikhochschule Trossingen Musik für einen animierten Kurzfilm komponiert haben?

Im Januar 2019 hatte ich aus Interesse einen Musikdesign-Studenten im Foyer der Hochschule angesprochen, ob Filmmusik auch Teil seines Studiums ist und ob man da vielleicht mal hospitieren könnte. Er hat mir von dem damals gerade anlaufenden Nanyang-Projekt erzählt. Ich hatte dann das Glück, dass tatsächlich noch ein Film frei war und Prof. Olaf Taranczewski, der das Projekt betreut, sehr offen dafür war, dass ich als Quereinsteiger mitmache.

Hatten Sie vorher schon Erfahrung mit Filmvertonung?

Nicht wirklich. Als Jugendlicher habe ich mal zum Spaß eigene Urlaubsfilme oder selbstgedrehte Videos mit Filmmusik von Hans Zimmer oder Ennio Morricone unterlegt oder mit einem Freund zusammen ein paar Filmszenen neu synchronisiert. Ungefähr ein Jahr vor dem Nanyang-Projekt habe ich angefangen, mich in die Welt der digitalen Musikproduktion einzuarbeiten. „Charlie“ war das erste Projekt, zu dem ich eigene Originalmusik geschrieben und produziert habe.

Welche Rolle spielt möglicherweise die Produktion von Filmmusik für Ihre Zukunft als professioneller Musiker?

Neben dem Berufswunsch, Schlagzeuger zu werden, gab es für mich immer schon die Faszination für Filmmusik. Das Eintauchen in die Geschichte eines Films und das Komponieren eigener Musik dafür, sind für mich ein gutes Gegenstück zum Alltag als Orchestermusiker. Ich kann mir gut vorstellen, auch auf diesem Gebiet langfristig tätig zu sein.

Die „Nanyang Soundtrack Collaboration“ verbindet Musikstudierende in Trossingen mit Filmstudenten in Singapur. Wie funktioniert bei dieser Entfernung der Arbeitsprozess und wie lief die Kommunikation mit den Regisseuren von „Charlie“?

Die Kommunikation lief komplett über das Internet, also ausschließlich per E-Mail, Chats und Videokonferenzen. Der Kompositionsprozess war für mich klassisches „learning by doing“. Eine große Hilfe dabei war, dass die Regisseure eine recht klare Vorstellung davon hatten, was sie haben wollten aber auch sehr offen dafür waren, wenn ich meine Ansichten eingebracht habe. Sie haben sogar Szenen verlängert, damit die Musik noch etwas mehr Raum bekommt. Eine schwierigere Erfahrung war, dass wirklich bis zur letzten Sekunde noch Änderungen am Schnitt gemacht wurden. Trotz der langen Produktionszeit von etwa sechs Monaten fehlte dann am Ende doch die Zeit, um nochmal mit Ruhe die finale Version zu prüfen. Aber das sei wohl leider das eher übliche Schicksal eines Filmkomponisten, habe ich mir sagen lassen.

Das Internationale Trickfilm Festival Stuttgart (ITFS) gehört zu den weltweit bedeutendsten Veranstaltungen im Bereich des Animationsfilms. Wie kommt es, dass Ihr Film im Wettbewerb des Festivals läuft, und welche Erwartungen haben Sie?

Die Filmemacher aus Singapur haben den Film bei verschiedenen Festivals eingereicht. Erfreulicherweise wurde er für die Kategorie Young Animation auf dem ITFS ausgewählt. Das ist ein Wettbewerb für Animationsfilme von Studierenden und alleine die Nominierung ist schon ein Riesenerfolg. Ich habe gehört, dass es wohl um die 800 Bewerbungen für die Kategorie Young Animation gegeben haben soll und davon etwa 60 ausgewählt wurden. Wir sind natürlich sehr gespannt, wie wir abschneiden, müssen uns aber noch bis zum Festival 2021 gedulden, weil erst dann die Preise vergeben werden. Umso größer ist aber unsere Freude, dass der Film bereits auf dem diesjährigen Online-Festival gezeigt wird.

Der Kurzfilm „Charlie“ ist ein Liebesbrief an den Stummfilm und interpretiert die Geschichte des größten Entertainers seiner Zeit neu. Der Trossinger Musikstudent Elija Kaufmann komponierte im Rahmen der Nanyang Soundtrack Collaboration die Filmmusik.