Prof. Sonja Lena Schmid

Professur für Ensemble und Digitale Performance

Prof. Sonja Lena Schmid
Landeszentrum MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE

Staatliche Hochschule für Musik
Schultheiß-Koch-Platz 3
78647 Trossingen

Telefon 07425 9491-52
E-Mail sonja.schmid@mh-trossingen.de

  • Seit 2019 Professorin für Ensemble und Digitale Performance
  • Studierte Cello und Kammermusik in Hamburg, Amsterdam, Den Haag und Lübeck
  • Als Cellistin und Performerin international aktiv, z.B. seit 2012 mit dem Decoder Ensemble für aktuelle Musik, 2008-2019 mit Salut Salon (ECHO Klassik 2016)
  • Brennt sowohl für die „klassische“ Ensemblearbeit als auch für szenische und interdisziplinäre Projekte

Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2019/20

Zwischen kulturellem Erbe und digitaler Gegenwart.

ZUORDNUNG: Offen für alle Studierenden. Auch Einzelunterricht möglich.

ANMELDUNG: SONJA.SCHMID@MH-TROSSINGEN.DE PROF. SONJA LENA SCHMID

Fächerübergreifendes Seminar zu interaktiven Kompositionskonzepten und „open scores“ des späten 20. und des 21. Jahrhunderts. Diese können z.B. Live-Ensembles, Performance und Bewegung, Elektronik oder Video einbeziehen. Ein Schwerpunkt liegt auf Arbeiten des Multimedia-Komponisten Alexander Schubert. Abschluss-Workshop mit Alexander Schubert und Präsentation der Ergebnisse im Januar 2020

ZUORDNUNG: Offen für Studierende aller Fächer; fächerübergreifende Teams sind möglich und erwünscht! 1 LP, Bei paralleler aufführungsreifer Realisierung eines Werkes (allein oder in Gruppen, live oder digital) wird zusätzlich 1/2 bis 1 LP vergeben.

R C 102 | TERMINE: 15.10.(EINFÜHRUNG), 29.10., 12.11., 26.11., 17.12., 17.01. 04.02. JEWEILS 14.00-16.00 UHR, PRAXIS-MODUL: UNTERRICHTSTERMINE N.A. | ANMELDUNG: SONJA.SCHMID@MH-TROSSINGEN.DE | PROF. SONJA LENA SCHMID, DR. JOACHIM GOSSMANN

In aktuellen Ensembles, z.B. bei Stücken mit Elektronik, ist ein Klangregisseur oder Sound-Designer unverzichtbar. Er bedient die Schnittstelle von Live-Musik zu Elektronik und Multimedia und hat oft großen eigenen Gestaltungsspielraum. Maximiliano Estudies (Klangregisseur, Komponist und Gründer der Firma Omslo) gibt Einblick in seinen Beruf, berät Studierende und betreut gemeinsam mit den Studierenden als Sounddesigner das Abschlusskonzert.

ZUORDNUNG: Offen für Musikdesign-Studierende und alle anderen Interessierten.

Kleine Aula | TERMIN: 02.–04.12. | ANMELDUNG: SONJA.SCHMID@MH-TROSSINGEN.DE | PROF. SONJA LENA SCHMID, A.G. MAXIMILIANO ESTUDIES

Nähere Informationen hierzu unter: www.next-level.org

ZUORDNUNG: Für Musikdesign-Studierende und Interessierte.

Kleine Aula | TERMIN: 28.11.–01.12. BEGRENZTE TEILNEHMERZAHL | ANMELDUNG: SVEN.REISCH@MH-TROSSINGEN.DE | PROF. SONJA LENA SCHMID

Drei kurze Fragen an Sonja Lena Schmid

Sie haben Cello und Kammermusik studiert und sind heute vielseitig künstlerisch tätig – klassisch genauso wie avantgardistisch. Die Denomination Ihrer Professur am Landeszentrum MUSIK–DESIGN–PERFORMANCE lautet „Ensemble und Digitale Performance“. Welche Rolle spielt das Digitale für Ihre künstlerische Arbeit?

In meinen Projekten mit aktueller Musik, insbesondere mit dem Decoder Ensemble, sind digitale Elemente – zum Beispiel Live-Elektronik oder elektronisches Zuspiel, Video, Sensortechnik – eigentlich immer dabei. Oft bedeutet das eine faszinierende Erweiterung des eigenen Klang- und Ausdrucksspektrums. Manchmal ist es auch wie mit einem zusätzlichen „Mitspieler“, auf den man sich einzustellen lernt. Besonders begeistert mich die Verbindung mit Live-Instrumenten dann, wenn man als Musiker zwar extrem präzise zu agieren aufgefordert ist, aber auch eigene musikalische und performative Gestaltungsmöglichkeiten hat.

Spannend finde ich auch die Entwicklung, dass inzwischen einige Komponisten nicht den klassischen Weg des Kompositionsstudiums nehmen, sondern den Zugang zum Beispiel über Technik oder Informatik, oder aus der Perspektive ganz anderer Musikrichtungen gefunden haben. Hier sehe ich eine Chance auf echte Erneuerung und frische Ideen, und das halte ich auch für einen ganz wichtigen Aspekt des Landeszentrums: das Zusammenbringen von Know-How, das gegenseitige Inspirieren.

Im Sommersemester 2019 treten Sie Ihre Professur an und starten damit auch die Ensemblearbeit mit Studierenden der Musikhochschule Trossingen. Auf welche künstlerischen Ideen und Performance-Projekte dürfen wir uns freuen?

Zuallererst freue ich mich, die Studierenden und Lehrenden kennenzulernen! Mir ist wichtig, dass sich Studierende aller Fachrichtungen bei mir und im Landeszentrum willkommen fühlen. Ich finde die musikalische Arbeit in kleinen Gruppen das Schönste überhaupt: Ensemblegeist, Spielfreude, aufeinander hören, flexibel agieren, Körpersprache, das sind erstmal Dinge, die unabhängig von der Stilrichtung wichtig sind. Ich bin gespannt, was die Studierenden mitbringen und möchte sie ermutigen, auch etwas schräg erscheinende Konzepte und Besetzungen auszuprobieren – es gibt richtig gute Stücke mit offenen Partituren, die in jeder erdenklichen Kombination machbar sind.

Daneben freue ich mich auf Gelegenheiten wie den Gejodome zu bespielen. Und mit den Studierenden Ideen zu entwickeln, wie Konzerte neu und anders gedacht werden könnten, auf Austausch und Diskussion. Langweilig wird es sicher nicht!

Mit dem Quartett Salut Salon haben Sie eine Patenschaft für die „Escuela Popular de Artes“, eine Musik- und Kunstschule in einem Armenviertel der Pazifikstadt Viña del Mar in Chile übernommen, sammeln Spenden und besuchen das Projekt regelmäßig. Verändert das soziale Engagement mit Musik die Sicht auf das eigene musikalische Schaffen?

Ich finde es wichtig, als Musiker über den Tellerrand zu blicken und immer wieder zu fragen und zu erleben: was bedeutet die Musik den Menschen, besonders auch denen, die nicht ohne weiteres am kulturellen Leben teilhaben können? Eine genauso eindrückliche Erfahrung wie die Begegnung mit Kindern in einer Favela in Chile oder einem Slum in Kenia kann es sein, beispielsweise für alte oder kranke Menschen, oder auch im Gefängnis zu spielen. Als Studentin hatte ich über den Verein „Live music now Yehudi Menuhin“ viele beeindruckende Erlebnisse. In solchen Situationen entwickelt Musik oft eine besonders tiefe, verbindende Wirkung. Das hilft auch bei der Frage, warum man selbst eigentlich Musik macht: hoffentlich aus einem inneren Bedürfnis und einer Liebe zur Musik heraus. Es gibt schon eine Gefahr, dass man das in einem Musikstudium mit all dem Druck und dem Zwang zur Perfektion aus den Augen verliert. Da eine Balance zu finden, zwischen Selbstkritik, Ehrgeiz und Disziplin auf der einen und Spaß und Freude an der Sache, vielleicht auch Dankbarkeit, auf der anderen Seite – das empfinde ich als einen wichtigen Aspekt des Musikerlebens.

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